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0162 Kinderhaus Söcking
Ort München Planung / Realisierung 2011 Leistungsphasen Wettbewerb Bauherr FortSchritt gGmbH Größe 1250 qm BGF Bausumme -- Architekt Muck Petzet Architekten Projektteam Andreas Ferstl, Jan Evertz, Sarina Arnold, Hui-Yen Chen Landschaftsarchitektur www.michellerundschalk.net Brandschutz TS Rettungsplan Klarheit / Orientierung Die einzelnen Nutzungsbereiche sind einfach und klar verortet. Sie sind - entsprechend Ihren Anforderungen und ihrer Gewichtung auf die 4 Flügel und 2 Stockwerke des Gebäudes verteilt: Die 4 Bereiche nehmen im EG, jeweils einen Flügel ein. Die Verwaltung im OG besetzt 2 Flügel. Alle Funktionen sind in der Mitte der Anlage durch eine 2-geschoßige Halle verbunden. Von der Halle aus sind alle Bereiche der Gebäudenutzungen sowie die dazwischeliegenden Freibereiche einsehbar. Diese zentrale Halle ist Eingang, Begegnungsraum, Spielfläche und vor allem Ausdruck einer Philosophie von Zusammenleben und Austausch: Wandlungsfähigkeit / Bewegung Die Nutzungsbereiche sind klar verortet, aber nicht getrennt: Alle Gruppenräume können auf die Halle hin - und zueinander geöffnet und verschmolzen werden. Sie kommunizieren um und mit dieser Mitte. Ein fließendes, organisches Raumgefühl, zwischen Hütte / Höhle / Schutz und Öffnung / Verbindung / Verschmelzung mit der Landschaft wird hier evoziert. Die Architektur des Kinderhauses ‚Kind und Natur′ beinhaltet und demonstriert Wandlungsfähigkeit und ständige Entwicklung. Kommunikation / Gemeinschaft Die Räume kommunizieren untereinander und mit der umgebenden Natur: Die Gruppenräume gegenüberliegender Flügel sind über Außenspielflächen verbunden. Durch die gemeinsame Mitte und die gemeinsamen Naturbezüge entsteht eine Gemeinschaft untereinander und mit der Landschaft. Naturbezug / Integration Die unregelmäßigen Formen des 4-armigen Gebäudes scheinen direkt aus der Hügelkuppe zu wachsen. Das Haus ist in seiner Größe nicht fassbar, denn der Außenraum ist Teil der Architektur und das Gebäude bietet von jeder Seite eine andere Ansicht. Die umgebende ‚architektonisierte′ Spiellandschaft und die verlandschaftlichte Architektur bilden eine untrennbare Einheit. Das Holz der Fassaden und die Vertikalen der Lattung verschmelzen mit den umstehenden Bäumen. Regionalbezug / Ortsverbundenheit Das sich horizontal zwischen die Bäume streckende Gebäude hat nichts mehr zu tun mit der fremd über der Landschaft stehenden ‚weißen Kiste′ des Bestandes. Es erinnert eher an die landwirtschaftlichen Gebäude der Umgebung, die mit den vor Ort verfügbaren Materialien errichtet werden und so eine materiell verwurzelte, untrennbare Einheit mit ihrem Ort eingehen. Ökologie Holz und andere nachwachsende, naturbelassene Rohstoffe sollen die haptisch erfahrbaren Oberflächen Innen und Außen bilden: einfache, aber durch Ihre handwerkliche Verarbeitung wertvolle Materialien. Wir schlagen vor das Gebäude auf Grundlage der neuesten Forschungen der ETH-Zürich als ‚ZeroEmission′ Gebäude auszubilden, d.h. CO2 neutral zu betreiben. Eine Dämmung nach EnEV 2009 ist ausreichend um Energieverluste zu reduzieren, natürliche Lüftung ist möglich. Bei ‚ZeroEmission′ Gebäuden wird bewährte Technik auf eine neue, intelligente Weise eingesetzt und vernetzt: Erdsonden und eine Wärmepumpe bilden die Hauptenergielieferanten. Mit entsprechend dimensionierten Erdsonden erhält man nicht nur ein Erntesystem, sondern - durch das umgebende Erdreich - auch ein System aus mehreren voneinander getrennt bewirtschaftbaren, gigantischen Erdspeichern. Diese werden im Sommerbetrieb durch ‚Erntemaschinen′ beladen: Eine Erntemaschine sind die im Winter als Fussbodenheizungen eingesetzten Fussbodenregister. Diese führen im Sommer die durch die Fenster einfallende Wärmeenergie ab. Anstatt die Sonne auszusperren, erntet man die Wärme und führt sie in den Speicher. Dabei kann ohne großen Energieeinsatz eine Kühlung und größere Behaglichkeit der Räume erreicht werden. Die zweite Erntemaschine sind neuartige Hybridkollektoren (PVT). Die Photovoltaik-Panele werden mit Wasser aus dem tiefen Erdreich auf 30°C abgekühlt. Dadurch wird der elektrische Wirkungsgrad erhöht. Mit der Abwärme des PVT werden vor allem die tiefen Erdspeicher über die natürliche Bodentemperatur auf über 20°C erwärmt. Die Erntemaschinen, die Speicher und die Wärmepumpe werden miteinander hydraulisch gekoppelt. Nur die Systeme auf dem Dach sind Frostschutz gesichert. Die Systeme im Haus und im Erdreich werden mit reinem Wasser betrieben. Dies ermöglicht den Aufbau eines hydraulischen Bussystems. Das Konzept ist sehr einfach: Energie-Überschuss im Sommer abernten, im tiefen Erdreich zwischenlagern und um Winter mit CO2-freiem Strom wieder veredeln. An einem schönen Tag im Februar wird die Wärme der Erntemaschinen ausreichen, um am Tag die nordorientierten Räume zu heizen, das Warmwasser zu erzeugen und gleichzeitig den Erdspeicher für die kühle Nacht aufzuladen. An kalten und trüben Tagen im Januar wird die eingemachte Solarwärme des Herbstes mit emissionsfreiem Strom in der Wärmepumpe auf das erforderliche Temperaturniveau transformiert. Die Energieversorgung erfolgt durch Strom aus regenerativen Quellen, die an anderen Standorten, wie Spanien (PV-Elemente) oder der Nordseeküste (Windfarmen) optimaler erzeugt werden können. Damit manifestiert sich der Vernetzungsgedanke des Hauses auch auf energetischer Ebene. Im Gegensatz zu früher stehen Natur und Technik nicht als Gegensatz zueinander, sondern ergänzen sich gegenseitig. Freiflächen Der vorliegende Entwurf versucht einerseits, die Vorzüge der einzigartigen Lage des Grundstücks mit imposantem Alpenpanorama erlebbar zu machen, andererseits ein vielfältiges und abwechslungsreiches Spiel- und Erfahrungsangebot zu entwickeln, dass den Kindern einen respektvollen und kreativ gestaltenden Umgang mit Natur und Landschaft nahe bringt. Vor diesem Hintergrund erfährt das Grundstück eine Flächenzonierung, die situative Charakteristika nutzt und diese programmatisch, wie atmosphärisch entwickelt. Parken / Vorfahrt Erforderliche Parkplätze werden in einem relativ flachen Bereich, durch eine kleine Mauer unterstützt, in der Südwestecke des Grundstücks untergebracht. Dadurch wird der große Wiesenhang mit Bergblick südlich des Gebäudes von Einbauten frei gehalten, bleibt erlebbar und kann von Kindern individuell genutzt werden. Bestandsbäume bilden einen grünen Filter zwischen Wiesenhang und Parkplatz. Eltern können vom Parkplatz aus über eine kleine Treppe oder Rampe das direkte Gebäudevorfeld und den Spielgarten erreichen. Über die Hauptzufahrt gelangen Eltern motorisch eingeschränkter Kindern, sowie der Sammelbus, direkt ins Gebäudevorfeld, können dort kurz parken und wenden. Garten Östlich des Gebäudes wird ein Spiel- und Erlebnisraum in den alten Baumbestand integriert. Um eine bestehende Hütte wird eine sich wandelnde Baustelle mit Naturmaterialien eingerichtet. Hangabwärts befinden sich Klettermöglichkeiten und Rutschen. Nordöstlich des Gebäudes wird auf flachem Gelände ein „Dorf“ aus Weidenzelten vorgeschlagen. Zwischen den Spieleinrichtungen verlaufen Trampelpfade aus unterschiedlichen Materialien. Der ganztägig sonnenexponierte Nordwestbereich des Grundstücks wird von einem abgezäunten Beeren- und Gemüsegarten besetzt. Westlich des Gebäudes in direktem Anschluss an die Heilpädagogische Tagesstätte wird ein Therapeutischer Garten vorgeschlagen, in dem cerebral geschädigte Kinder motorische Fertigkeiten auf verschiedenen Naturuntergründen entwickeln können. Alle Spielbereiche im Freiraum sind barrierefrei mit befestigten Wegen verbunden, sodass ein gemeinsames Spiel gesunder und motorisch eingeschränkter Kinder ermöglicht und gefördert wird. |
Perspektive Eingangsbereich
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Lageplan
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Konzept
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