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0147 Campus Lichtwiese
Ort Darmstadt Planung / Realisierung 2009 Leistungsphasen Wettbewerb Bauherr TU Darmstadt Größe 12.400 qm BGF Bausumme -- Architekt Muck Petzet Architekten Projektteam Andreas Ferstl, Jan Evertz, Sandy Meerstein Visualisierung: www.micromut.com
Das Konzept orientiert sich am Campusplan von 1964 mit in der Landschaft ‚schwimmenden’ Gebäudeclustern und einer quadratischen Rasterstruktur.
Impressum
Die für Sondernutzungen freigehaltene Mitte der Anlage verbindet sich durch weite Öffnungen mit der umgebenden Landschaft. Die ‚Wände’ dieses Raumes werden von den Kanten der angrenzenden Cluster gebildet. Die landschaftliche Offenheit dieses Raumes ist seine Stärke. Das Gleichgewicht zwischen dieser Offenheit und der spürbaren Begrenzung durch die Gebäudekanten wurde in der Vergangenheit durch axiale Bepflanzungen, Aufschüttungen und die diffus den Raum versperrende Mensa gestört. Die Offenheit der Mitte soll durch die Neuordnung der Bebauung wiederhergestellt und die Mensa in eine freie Komposition von Einzelgebäuden integriert werden. Durch diese Struktur ist eine Entwicklung des Areals in Schritten möglich ohne räumlich an Qualität zu verlieren. Die zentrale Campusfläche bleibt in allen Bauphasen in ihrem großzügigen, landschaftlichen Zusammenhang spürbar. Alle Institute behalten Ihre gleichberechtigte "Adresse" an der Campusmitte. Das Hörsaal- und Medienzentrum wurde in zwei Einzelgebäude aufgegliedert die über einem gemeinsamen, landschaftlich eingebundenen Sockel verbunden sind. Zwischen den frei im Landschaftspark verteilten quadratischen Baukörpern und den umgebenden Clustern entstehen - den großen Landschaftsraum - untergliedernde ‚Höfe′ oder ‚Gärten′. Der Fluß der Landschaft bleibt dadurch ungebrochen, die Orientierung wird verstärkt, das Grün und die Raumfolgen werden zum alles verbindenden Element. Die Lichtwiese als Zentrum des Campus wird begrenzt von einem alle Institute und Eingänge verbindenden Element: dem Campusring, der mit seiner klaren rechteckigen Form die Verbindung der inneren Campuslandschaft zu den umgebenden Instituten herstellt. An diesen Campusring stößt direkt an der zentrale Verkehrsplatz im Norden mit Bushaltestelle. Gegenüber diesem ‚Eingang’ zum Campus’ bilden Mensa, Hörsaal und Mediengebäude einen ‚Eingangshof’ zu den zentralen Einrichtungen des Campus. Die Trambahnhaltestelle wird durch Ihre vorgeschlagene Lage am östlichen Kopf des Campusringes ebenfalls an dieses klare Erschließungssystem angebunden. Freiraumkonzept Störende ‚Abpflanzungen’ der Mitte werden aufgelockert, die umgebende Landschaft mit Wiesen, Baumgruppen und geschwungenen Wegen soll in der Mitte Ihre spürbare Fortsetzung finden. Die ‚Lichtwiese’ soll im Inneren des Campus wieder heller, lichter und durchlässiger werden. Die inneren Wege verbinden alle Eingänge der Institute in einem freien ‚Netz’. Die Landschaft bietet als großer gemeinschaftsbildender Raum viele Möglichkeiten der Aneignung für die Studenten. Die großzügigen Freiflächen sollen mit naturnahen, robusten und bewährten Materialien gestaltet werden: wassergebundene Beläge für den ‚Eingangshof’, Rasenflächen, Terraton oder eingefärbter Asphalt für den Campusring. Die vorhandene Bepflanzung wird ausgelichtet und so ergänzt, daß eine weiträumige Parklandschaft mit Baumgruppen entsteht. Im Eingangshof wird das vorhandene Geländegefälle für die Ausbildung eines nach Süden hin unsichtbar in die Landschaft integrierten Sockels genutzt. Die Parkwege führen durch das Gebäude. Großflächige, geneigte landschaftliche Einschnitte verbinden die Ebenen. Gebäude und Landschaft verschmelzen im Sockelgeschoß zu einer ununterscheidbaren Einheit. Die Architektur wird verlandschaftlicht, die Landschaft architektonisiert. Räumliche Organisation / Funktionalität Die für die städtebauliche Komposition notwendige Aufgliederung in zwei Baukörper bietet funktionale Vorteile: Die unterschiedlichen Funktionen erhalten klar unterschiedene in sich sehr kompakte und klar strukturierte Baukörper. Die verbindende untere Eingangsebene ist bewußt sehr großzügig gehalten. Hier soll – in direkter Verbindung mit dem Außenraum - eine informelle, nicht klar programmbestimmte Kommunikationszone entstehen, die mit ihren Qualitäten: hohe Frequenz, Infrastrukturelle Angebote und Verbindung sowohl zu Bibliothek als auch zu Seminar-/Lernzentrum einen wirklichen, fachübergreifenden Anziehungs- und Mittelpunkt für das Campusleben bilden kann. Innere und Äußere Erschließung / Konzept zur Barrierefreiheit Das zentrale Hörsaal- und Medienzentrum nutzt die vorhandene Topographie zur Integration eines gemeinsamen Sockelgeschoßes in die Landschaft. Nicht nur Landschaft und Gebäude verschmelzen in diesem Sockel, auch die barrierefreie Erschließung wird auf großzügige und selbstverständliche Weise gelöst. Beide Ebenen sind an mehreren Punkten und Richtungen über flache Landschaftsrampen miteinender verbunden. Auch die großen Hörsäle sind über beide Ebenen barrierefrei erreichbar. Zentral positionierte Aufzüge verbinden in alle – durch Lufträume auch räumlich spürbar zusammengehörigen Geschoße. Die Gebäude sind sehr tief und kompakt organisiert. Oberlichter und Deckenöffnungen sorgen für natürliche Belichtung der tiefen Grundrisse. Architektonische Qualität Eine Wiederbelebung des ‚Darmstädter Bausystems’ für die neuen Bauten wäre wünschenswert und möglich. Die Gebäude sind rationell und sehr kompakt organisiert. Die neuen zentralen Gebäude könnten die Nachhaltigkeit des sich in den umgebenden Gebäuden manifestierenden ‚freien’ Systemdenkens für die Zukunft unter Beweis stellen. Die ökonomischen und ökologischen Potentiale des ‚industriellen’ Bauens der späten Moderne könnten hier wiederentdeckt und weiterentwickelt werden. Die Neubeuten sollen nicht als Fremdkörper wirken sondern zum integrativen Bestandteil des Vorhandenen werden. Die ‚industrielle’ Herkunft der Gebäude soll spürbar jedoch nicht vorherrschend sein. Heutige Fertigungsmethoden lassen ein freieres Spiel der Richtungen und Variationen zu. Die streng gerasterten Gebäude scheinen sich an ihren Fassaden zu öffnen und aufzulösen. Ein Spiel aus räumlich geknickten geschlossenen und gläsernen Flächen, daß starke skulpturale Präsenz vermittelt und die Umgebung und Landschaft spiegelt. Die Fassaden-Materialien: C31 eloxiertes Aluminium und leicht verspiegelte Gläser, nehmen den technischen Charakter der Umgebungsbauten auf und spiegeln auch die Farben der umgebenden Landschaft: den sandigen Ton der wassergebundenen Flächen in der wärmeren Eloxaltönung, das Grün der Bäume und Wiesen in den Gläsern. Im Inneren soll eine ähnliche Materialität eingesetzt werden: industrielle Gußböden, beschichtete Estriche, plastisch verformte Aluminiumstreckmetalldecken mit dahinterliegenden Leuchten und TGA, warmtoniger Sichtbeton für die prägnante, sichtbar bleibende Tragstruktur. Wirtschaftlichkeit Wirtschaftlichkeit wird in einem solchen Projekt letztlich weniger über optimierte Flächenfaktoren erzielt, als über architektonische Haltung, Rationelle Baustruktur, Materialität und ein integriertes innovatives haustechnisches Konzept. Neben einer ‚industriellen’ Bauweise mit tragwerksplanerisch vernünftigen Dimensionen schlagen wir auch die Verwendung sehr einfacher, robuster Materialien vor. Rohbau = Ausbau ohne verkrampfte ‚Sichtbetonqualitätsansprüche’. Die vorhandenen Institutsbauten – z.B. die Architekturfakultät – sollte in Hinsicht auf die Mischung von sorgfältiger Detaillierung einzelner Ausbauelemente und robuster Struktur Vorbild für die neue Mitte sein. Nachhaltigkeit Im Zentrum aller Nachhaltigkeitsüberlegungen darf nicht die reine Minimierung des Energieverbrauchs, sondern die CO2-Neutralität des Gebäudebetriebs stehen. Die Gebäude werden nach neuesten Anforderungen gedämmt, sie sind extrem kompakt und dadurch effizient. Der Glasanteil kann im vorgeschlagenen freien System, je nach Ausrichtung optimiert werden. Das Gebäude soll nicht als Konsument sondern als Produzent von Energie eingesetzt werden. Hybridsonnenkollektoren auf den Dächern, sowie die Abwärmenutzung aus der – über Bodenflächen und Abluftrückführung absorbierten Energie der Raumluft und der Sonneneinstrahlung kann im Sommer über Erdsonden oder auch großflächige Erdregister unter den Bodenplatten in die Erde als träge Speichermasse eingebracht werden. Die Erde wird nicht nur als ‚Energielieferant’ eingesetzt sondern als Speicher der oberirdisch ‚geernteten’ Energie. Im Winter kann diese Energie wieder abgerufen werden. Tiefenbohrungen sorgen für eine möglichst geringe Differenz zwischen der im Erdreich vorhandenen Temperatur und der über Wärmepumpen gehobenen Vorlauftemperatur in den – im Klimaboden integrierten Flächenheizungen. Damit können sehr effektive Pumpen eingesetzt werden. Eine Zuluft- und Abluftführung über den klimatisch vorkonditionierenden Erdkörper und sorgt für zusätzliche Einspareffekte. Die Abluft wird zunächst zur Vorkonditionierung der Zuluft eingesetzt und danach noch die Restwärme in den Erdspeichern gepuffert. Die günstig herstellbaren Hybridkonvektoren können – ebenso wie die Außenflächen der Fassade zur CO2 neutralen Stromerzeugung eingesetzt werden. Die noch zusätzlich notwendige Energie soll über C02-neutrale Energiequellen bezogen werden. Das weltweit führende Knowhow der Universität Darmstadt für integrierte Gebäudetechnik sollte an diesem zentralen Gebäude beispielhaft angewendet werden. |
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Lageplan Gesamtareal
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Lageplan Planungsgebiet
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Campusmitte
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Verbindung Architektur und Landschaft
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Gebäudestruktur
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Grundriss Platzebene
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Grundriss Parkebene
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Ansicht Nord
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Schnitt / Ansicht Süd
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Ansicht West
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Detailschnitt Fassade
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