0110 Hochschule Für Fernsehen und Film + Museum Ägyptischer Kunst

Ort
München
Planung / Realisierung
2004
Leistungsphasen
Wettbewerb
Bauherr
Freistaat Bayern
Größe
50.000qm BGF
Bausumme
--
Architekt
Muck Petzet Architekten
Team
Muck Petzet, Andreas Ferstl


ergänzender Block

Die Gebäude für die HFF ergeben sich durch die vorhandenen Fluchten und Kraftfelder auf und um das Grundstück. Im Norden schließen die neuen Gebäude die Flucht der Gabelsbergerstraße gegenüber dem großen Freiraum zur alten Pinakothek. Auch im Westen und Osten werden die, den Straßenraum bestimmenden Fluchten aufgenommen und fortgesetzt. Es entsteht ein für das Quartier typischer, geschlossenen städtischer Block. Dieser Block soll schon mit dem 1.BA der HFF und des neuen Muesums nach außen sichtbar hergestellt werden. Im Blockinneren werden die ‚Fußabdrücke’ der späteren Erweiterungen freigehalten. Dadurch entsteht auch bereits die endgültige Binnengliederung des Blocks mit den zwei über Eck gestellten Höfen.
Die Gebäudehöhen der HFF orientieren sich ebenfalls an der vorhandenen Traufhöhe der Nachbarbebauung. Mit der Einführung eines Sockelgeschoßes im Institutsgebäude und der konsequenten ‚Füllung’ des Blocks können die gewünschten Baumassen gut untergebracht werden.

Rahmen und Monolith
Die neuen Hochschulbauten sollen einen würdigen Rahmen für die dazwischenstehenden monolithischen Einzelbauten der Museen bilden. Gegenüber der 150 m langen Längsseite der alten Pinakothek wird die Straßenflucht der neuen Hochschule durch die Binnenteilung des Blocks gegliedert. In Ihrer Proportion entsprechen die zwei entstehenden Gebäudeteile in etwa den über Eck stehenden Bauten der TU entlang der Arcisstraße.
Mit dem mittigen Bezug auf die alte Pinakothek werden übergeordnete Verbindungslinien aufgenommen, über die Binnenstruktur des Blocks umgeleitet und verknüpft. Es entsteht eine Raumfolge, die die bisher getrennten Museumsquartiere (Königsplatz und Pinakotheken) verbindet. An dieser Raumfolge liegt, dem ‚antiken’ Museumsquartier am Königsplatz zugewandt, das neue Haus des Museums Ägyptischer Kunst daß durch einen Glasturm nach allen Seiten sichtbar markiert wird und sich in die Folge der Museums-Monolithe einreiht.

Transparenz und Massivität
Die beiden ‚Häuser’ der HFF bilden mit ihren Straßenfassaden zwischen Transparenz und Massivität irrisierende Blöcke. Die stark rhytmisierten Fassaden beider Bauteile unterscheiden sich entsprechend ihres unterschiedlichen Innenlebens und weisen dennoch eine starke ‚Familienähnlichkeit’ auf. Die Steinfassaden bilden ruhige Blockwände während die zurückgesetzten, unterschiedlichen Fensterelemente zwischen Innen und Außen vermitteln. Am Verbindungs- und Eingangsbaukörper des ‚fliegenden’ Kinos wird die angestrebte Interaktion von Innen und Außen, Film und Leben, Kultur und Alltag am deutlichsten. Projektion und Alltagsbild bilden die zwei Seiten des Zwischenbaus. Mit dem Kino als Mitte der Anlage entsteht ein expressiver Eingang für die Hochschule.

Hoffolgen
Das Innere des Blocks ist für den Fußgänger als Raumfolge zweier über Eck gestellter Höfe erlebbar. Von der Pinakothek aus erreicht man unter dem raumbildenden ‚Dach’ des Kinos hindurch den ‚Filmhof’. Dieser langgestreckte, teilüberdachte Außenraum wird durch das gemeinsam von HFF und dem Museum genutzte Cafe belebt. In Verbindung mit der Außenprojektion des fliegenden Kinos ist der Hof für Festivals ein idealer Veranstaltungsort. Von den hofumschließenden auskragenden Dächern hängen Pflanzen herab. Im Endausbauzustand sind entlang der Ostwand des Hofes alle Eingänge der einzelnen Institutsbauten aufgereiht.
Am Cafe vorbei erreicht man den breiteren Museumshof an dem der Glasturm den Eingang zum Museum markiert. Hier öffnet sich die Verbindung zum Museumsquartier am Königsplatz. Mit einem Seiteneingang wir hier auch die Hochschule für Musik und Theater in den neuen Zusammenhang eingebunden.

Die Hochschule für Fernsehen und Film
Zweiteilung und Zusammengehörigkeit der beiden Hochschulgebäude sind Ausdruck des heterogenen Hochschulprogramms. Im Westteil der Anlage sind die öffentlichen Nutzungen untergebracht während im östlichen Teil Ruhe und Konzentration in den Abteilungen herrschen sollen.
Ein gemeinsamer Sockel mit den direkt zusammengeschalteten Produktions- und Postproduktionsnutzungen verbindet beide Gebäude. Die wichtigsten Verbindungen werden jedoch durch die Kinos und Vorführräume selbst gebildet:
Diese wichtigen ‚Kommunikationsorgane’ sind als expressive Körper in die rationale Struktur der Baukörper eingestellt und bilden mit den durch die durch sie fließenden ‚Adern’ untrennbare Einheiten. Die HFF soll einen zusammenhängenden Organismus mit klar erkennbaren, effektiv untereinander verbundenen Organen bilden. Das Gebäude selbst soll den Produktionsablauf von Film und Fernsehen verbildlichen und nachvollziehbar machen.

Staatliches Museum Ägyptischer Kunst
Die innere Organisation des Museums folgt einem Schneckenprinzip. Die absteigend unterirdisch angeordneten Ausstellungsräume werden über eine Rampe erreicht. Im 2. BA soll dieses Prinzip nach oben fortgesetzt werden.



Filmhof
Lageplan
Filmhof bei Nacht
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