0120 Hotel Karmeliten
Inlay


Ort
Regensburg
Planung / Realisierung
2006
Leistungsphasen
Wettbewerb
Bauherr
Ferdinand Schmack jun. GmbH
Größe
--
Bausumme
--
Architekt
Muck Petzet Architekten
Projektteam
Muck Petzet, Andreas Ferstl, Sinus Bohnhoff


Die in der Auslobung enthaltenen Anforderungen an das Gebäude (Tiefgarage etc.) erfordern einen Neubau anstelle des vertrauten Bestandes. Das stadträumlich prägende Gebäude des Hotel Karmeliten sollte jedoch unseres Erachtens in seiner Außenwirkung möglichst unverändert erhalten bleiben. Dieser Widerspruch führt zu einer ‚Inlay’ – Lösung: Die Fassade und straßenraumprägende Silhouette (Dachneigung, Firsthöhe) bleiben unverändert, der Neubau mit all seinen neuen Funktionen füllt den Bestand. Durch ‚Hochklappen’ des Dachs zum Innenhof entsteht ein von außen unsichtbares vollwertiges Zusatzgeschoß. Der moderne, Innenhof mit großen Fenstern und Loggien und einem versunkenen Wassergarten bildet den Gegenpol zur unverändert bleibenden Außenform. Das prägende Material des neuen Zentrums: bronzene Gitter, die den Sichtschutz der sich direkt gegenüberliegenden Wohnungen gewährleisten, dringt über die Dachfläche auch nach außen und verbindet sich dort mit der Kupferdeckung des Bestands.
Die Abstandsflächen nach außen sind mit dem Bestand identisch. Zum angrenzenden Klosterhof ist der Neubau zurückgstaffelt. Hier wird die Lagegunst des Blicks über die Dächer zur Ausbildung größerer Wohnungen mit eigenen Dachterrassen genutzt. Die Wohnungsgrundrisse sind heterogen gemischt und weisen unterschiedliche, aus Ihrer Lage im Gebäude entwickelte Qualitäten auf. Gemeinschaftsflächen und Freisitze für die Außenwohnungen sind am Innenhof und auf den Dächern vorhanden. Gemeinschaftseinrichtungen und Serviceangebote sind im ganzen Haus verteilt.

Der Erhalt der Fassade führt zwangsläufig dazu daß die Struktur (Geschoßhöhen, Zimmeraufteilung etc.) und damit auch die ‚immaterielle Substanz’ des Bestandes erhalten bleiben. Auch die Funktionsaufteilung orientiert sich an den durch den Bestand bestimmten Gegebenheiten: Die Tiefgarageneinfahrt und Anlieferung an einem ehemaligen Torbogen, das Restaurant mit dem Eckeingang zur Maximilianstraße und der Nutzung des Innenhofs mit Oberlichtern in den Wasserbecken. Der Biomarkt befindet sich im ehemaligen Kinosaal und das repräsentative Entree des Stiftes hinter dem Mittelrisalit zum Dachauplatz. Im Bereich dieser großzügigen Lobby wurde auch die große halbkreisförmige Treppenanlage erhalten. Hier durchdringen sich Alt und Neu in einem zweigeschossigen Raum: Der moderne lichtebronzene Innenhof mit den massiven, alle Qualitäten eines Altbaus aufweisenden Räumen entlang der Außenfassade.
Die durch die alten Fenster erzwungene Übernahme der hohen Geschoßhöhen im Neubau wird für die Ausführung eines komfortablen kontrollierten Wohnraum Be- und Entlüftungssystems genutzt. Über einen Klimaboden einströmende, vorkonfektionierte Luft wird in den Rauminnenzonen abgesaugt. Es wird ein integriertes TGA-Konzept unter Nutzung von Erdwärme und Wärmerückgewinnung vorgeschlagen. Die bestehenden historischen Fenster sollen möglichst in Schallschutzqualität modernisiert werden. Durch die davon getrennte Luftzuführung wird der Schallschutz in den außenliegenden Wohnungen wesentlich verbessert.



Lageplan
Grundriss EG
Grundriss 1.OG
Skizze Haustechnik
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