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0107 Spielbudenplatz
Rote Wogen für St. Pauli Ort Hamburg Planung / Realisierung 2004 Leistungsphasen Wettbewerb Bauherr Behörde für Bau und Verkehr, Amt für Stadtentwicklung, Freie und Hansestadt Hamburg Größe -- Bausumme -- Architekt Muck Petzet Architekten mit Olafur Gislasson Projektteam Muck Petzet, Olafur Gislasson, Andreas Ferstl
„Er fühlte sich durch eine Woge angehoben, in der er den Grund verlor. (...) Der Wirbel betäubte ihn für die Dauer eines Wellenschlages, dann trug ihn das neue, leichtere Element.“
Aus: Ernst Jünger, Besuch auf Godenholm (1951) Der Spielbudenplatz bewegt sich, hebt sich auf, wellt und wölbt sich. Raum entsteht, Oben und Unten, Innen und Außen, Dimensionen werden spürbar, erlebbar. Eine Form, zeichenhaft einprägsam und doch schwer fassbar hin und her schwankend. Die roten Wogen, ein Wahrzeichen für das flimmernde, berauschte, zwielichtige St. Pauli. Wahrzeichen und offene Bewegungsfläche, Bühne, Auditorium für unerwartete Begebnisse: Sehen und Gesehenwerden, Begegnungen abgehoben von der dicht befahrenen Straße. Der schwankende, ungewohnt geneigte Grund, unbesetzt und offen, eine Promenade in Höhen und Tiefen, Überblick und Durchblicke. Der Rand der Fläche als Lichtquelle und durchgehende Sitzgelegenheit, die Weite, die Dimension der Fläche ungestört, das Auf und Nieder der Wellen gegen den Horizont, nachts farbig leuchtend. Die schnell und gerade fließende Reeperbahn weitet sich und bäumt sich auf zu einem öffentlichen Ort unbehelligt, umspült und aufgeladen vom Verkehr, vom kommerziellen Interesse der umliegenden Amüsierbetriebe und Gastronomen. Modellieren eines Gefühls: Licht, Leben, Liebe, Lockung, Leichtigkeit, See, Schwanken, aus dem Gleichgewicht geraten. Unter dem gebauten Bild der Welle, ein Potential an Räumen, öffentlichen Funktionen, zentralen Anlaufstellen, Öffnungen, Einfahrten der Tiefgarage, Dächern für Markt und Veranstaltungen, Infrastruktur. Ein ausbaufähiges Potential, noch formbar im endgültigen Form- und Funktionsfindungsprozess. Kleine und große Veranstaltungen finden ohne zusätzliche Aufbauten ideale Bühnen und Auditorien unmittelbar in der Platzfläche. Eine öffentliche, spontan veränderbare, großzügige Mitte für das alte Vergnügungsviertel, Orientierungspunkt und Aussichtsplattform, Attraktion und nutzbarer Imageträger für ein neues St. Pauli. |
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